Ein halbes Jahr lang hat Philip Terhorst zusehen müssen. Wie seine Mannschaft gewann, wie sie manchmal auch verlor. Der 26-Jährige war eigentlich als Topneuzugang bei den Wasserballern des SC Rote Erde Hamm im TuS 59 eingeplant. Doch nur wenige Tage vor dem ersten Saisonspiel des Teams im November verletzte sich Terhorst bei einem unglücklichen Sturz im Alltag schwer an der Hand. Jetzt darf er wieder eingreifen in den Kampf um Titel in der Oberliga und den Aufstieg in die Wasserballiga West. Am Freitag, 29. Mai (20.15 Uhr) feiert Terhorst gegen den ASC Duisburg III sein Comeback vor heimischem Publikum im Hammer Maximare. „Endlich!“, sagt er.
Die Diagnose damals sei „ein Schock“ gewesen, erinnert sich Terhorst. Zunächst habe es geheißen, die Hand sei nur geprellt gewesen. Als er diese einige Tage später jedoch immer noch nicht bewegen konnte, hätten genauere Untersuchungen gezeigt, dass ein Knochen aus dem Handgelenk herausgebrochen war. Außerdem – und das war das schlimmste – war ein Hauptband in der Hand komplett gerissen. „Die Ärzte mussten dieses vollständig neu rekonstruieren“, erklärt der Wasserballer, für den der Wechsel nach Hamm eine Rückkehr war.
Er hatte zuvor bereits fünf Jahre für den SC Rote Erde in der 2. Liga West gespielt. Als sich dieser jedoch aufgrund zahlreicher Abgänge zwischenzeitlich in die Verbandsliga zurückzog, entschied sich Terhorst wieder für seinen Heimatclub, den Bocholter WSV, an den Start zu gehen. Der Kontakt nach Hamm riss jedoch nie ab. Mittlerweile spielt Bocholt in der Verbandsliga, während der SC Rote Erde beste Chancen hat, in die Wasserballiga West aufzusteigen, der ehemaligen 2. Liga West. „Ich wollte noch einmal angreifen“, sagt Terhorst. Dann bremste in die schwere Handverletzung aus.
Sechs Wochen musste der Neuzugang einen Gips tragen, zwölf Wochen durfte er die Hand nicht belasten. Zwischenzeitlich sah es danach aus, als würde Terhorst in dieser Saison gar nicht mehr eingreifen können. Es kam zum Glück anders, auch, weil er hart an seinem Comeback arbeitete. Im März absolvierte Terhorst seine ersten Einheiten im Wasser. „Ich bin erst einmal nur eine Bahn geschwommen, dann zwei, mit der Zeit immer mehr. Es kam vor allem darauf an, wie die Hand am Tag darauf auf die Belastung reagieren würde“, erzählt der Rote Erde-Spieler, der Ende April bereits wieder bei ersten Trainingsspielen mitmachte.
Terhorst ist froh, jetzt nicht mehr zusehen zu müssen, wenn sein Team um den Oberligatitel kämpft. „Die Mannschaft bedeutet mir alles. Beim ersten Spiel nach der Verletzung hatte ich sogar ein bisschen Tränen in den Augen. Ich konnte überhaupt nicht sitzen bleiben, so angespannt war ich“, erinnert er sich. Auch Trainer Kristian Berg freut sich auf das Comeback des Rückkehrers: „Philip ist schwimmerisch und körperlich superstark, außerdem sehr torgefährlich. Wir freuen uns riesig, dass er uns im Endspurt der Saison weiterhelfen kann. Er wird eine Säule in unserem Team sein.“
Zumindest andeuten konnte Terhorst seine Klasse schon. Bei der Niederlage des SC Rote Erde bei Uerdingen 08 II am 5. Mai schonte Berg den montelang Verletzten noch, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Als die Hammer jedoch 13 Sekunden vor Schluss eine Überzahl zugesprochen bekamen, nahm Berg eine Auszeit und wechselte Terhorst ein. Der nutzte die sich bietende Gelegenheit und traf zum ersten Mal in dieser Saison für den SC Rote Erde. Zumindest das wenige Sekunden dauernde Mini-Comeback war also schon erfolgreich. „So darf es gerne weitergehen“, findet Coach Berg. Am besten schon am Freitag gegen den ASC Duisburg. boh








