Mit einer Sportmannschaft aufzusteigen, ist eine großartige Sache. Noch besser, wenn man dazu gleich zweimal in einer Saison die Gelegenheit hat. Justus Berg, Nummer eins im Tor des SC Rote Erde Hamm im TuS 59, hatte in der Saison 2025/2026 doppelt Grund zum Feiern. Er stieg nicht nur mit dem Wasserballteam seiner Heimatstadt Hamm von der Oberliga in die Wasserballliga West auf, sondern zuvor auch mit dem SV Krefeld 72 von der 2. in die 1. Bundesliga.
Möglich macht das ein Zweitstartrecht, mit dem er für die Krefelder an den Start geht. Auch dort hat er sich den Posten des Stammtorwarts erobert. „Es war schon klar, dass ich sowohl mit Rote Erde als auch mit dem SV Krefeld oben mitspielen würde in der Saison. Dass mit beiden Mannschaften der Aufstieg klappen würde, hätte ich nicht erwartet. Das war ein supergutes Gefühl“, erzählt Berg.
Mit dem SV Krefeld 72 setzte er sich im Aufstiegsfinale vor rund 300 Zuschauern gegen den SSV Esslingen durch. Noch größer war die Kulisse in der Partie, in der der SC Rote Erde seinen Aufstieg feierte. 400 Zuschauer kamen ins Hammer Südbad. „Das war absolut genial und hat einen Riesenspaß gemacht. Es zeigt auch, welches Potenzial der Wasserballsport in Hamm noch immer hat“, sagt Berg.
Dass der 18-Jährige mal Wasserball spielen würde, stand quasi bei seiner Geburt fest. Die Bergs sind eine Hammer Wasserball-Dynastie. Opa Winfried „Charly“ Berg holte mit dem SC Rote Erde sechs Deutsche Meisterschaften. Papa Carsten spielte in der Jugend für die Hammer und kehrte als Trainer zu seinem Heimatverein zurück. Onkel Kristian ist aktuell Trainer der 1. Mannschaft sowie Wasserballwart des SC Rote Erde.
Anders als der Rest seiner Familie fühlte sich Justus Berg schnell zwischen den Pfosten am wohlsten. Mittlerweile gehört er dem Nachwuchskader 1 des Deutschen Schwimmverbandes an. Sowohl beim SV Krefeld 72, als auch beim SC Rote Erde ist er in der kommenden Saison als Stammtorwart eingeplant. Das funktioniert, weil die beiden Vereine einen kooperativen Umgang miteinander pflegen und der SC Rote Erde ohnehin seine Heimspiele montags und freitags austrägt, der SV Krefeld hingegen am Wochenende. Auch die meisten Auswärtsspiele absolvieren die Hammer unter der Woche.
In der kommenden Saison erwarten Justus Berg allerdings neue Herausforderungen. Der Klassenunterschied in der 1. Bundesliga ist groß. Die Topteams W98/Waspo Hannover, Spandau Berlin und der ASC Duisburg schießen ihre Gegner in der Regel mit hohen Siegen ab. Der SC Rote Erde wird es in der Wasserballliga West mit zahlreichen starken zweiten Mannschaften der Bundesligateams zu tun bekommen und wahrscheinlich gegen viele von diesen nur geringe Aussicht auf Punktgewinne haben. „Wir müssen uns mit beiden Mannschaften ganz klar auf den Abstiegskampf einstellen. Wir werden um jeden Punkt kämpfen müssen, um die Klasse halten zu können“, sagt Berg.
Mindestens noch drei Saisons wollen sie beim SC Rote Erde den talentierten Torwart halten. So lange könnte Berg voraussichtlich noch dank des Zweitstartrechts für zwei Mannschaften an den Start gehen. Für die kommende Saison hat der Kaderspieler bereits seine Zusage gegeben. Zwei Trainingseinheiten wird Berg in Krefeld absolvieren, drei beim SC Rote Erde. Auch, weil zunächst noch das Abitur am Gymnasium Hammonense ansteht.
„Was danach kommt, hängt natürlich auch vom Studium ab, das ich absolvieren möchte“, berichtet er. Berg macht allerdings auch deutlich, wie sehr er an seinem Heimatverein hängt. „Hier habe ich Wasserballspielen gelernt, hier habe ich gute Freunde in der Mannschaft. Und die Liga, in der wir spielen, ist auch schon sehr anspruchsvoll“, erzählt der Torwart, der auch mit viel Herzblut die U-14 des SC Rote Erde trainiert. Mit dieser will er in der anstehenden Saison „mindestens unter die Top 4 in NRW kommen, vielleicht sogar eine Medaille holen. Außerdem möchten wir uns für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren.“
Fünf Trainingseinheiten in der Woche, am Wochenende Bundesligaspiele mit dem SV Krefeld 72, oft auch Turniere oder Spiele mit der Jugend. Justus Berg ist ein Wasserballverrückter. Das liegt wohl in der Familie.













