
Das Kajak der Eskimos und das Fell- und Rindenkanu der Indianer waren die Ursprünge des Kanufahrens. Der Kanusport entwickelte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien, wobei das freizeitorientierte Kanuwandern auf Flüssen und Seen im Vordergrund stand. Kanuslalom wurde erstmals 1972 in München, und nach einer 20-jährigen Unterbrechung erst wieder 1992 in Barcelona olympische Disziplin. 1996 in Atlanta schließlich wurden die Slalom-Wettbewerbe erstmals auf einer Naturstrecke ausgetragen. In Sydney waren die Slalom-Kanuten also erst zum vierten Mal bei Olympischen Spielen vertreten.
1860 - erster deutscher Kanuverein (Breslau)
1862 - erste Kanuregatta in Europa (Budapest)
1914 - Gründung des Deutschen Kanuverbandes (DKV)
1919 - 1. Deutsche Meisterschaft (Leipzig)
1936 - Kanusport erstmals im olympischen Programm
1946 - Gründung der Internationalen Kanu-Föderation (ICF)
Die Mehrheit der Kanusport treibenden übt den Kanusport als Freizeitsport aus, wobei alle Oberflächengewässer für eine Befahrung in Frage kommen. Ausprägungen des Freizeitsports sind: Kanuwandersport, Seekajaksport und Wildwassersport
Unter dem Begriff Kanusport sind die Wassersportarten Kanurennsport, Kanuslalom, Kanusegeln, Kanupolo als Wettkampfsport und Kanuwandern als Freizeitsport zusammengefaßt. Ihnen ist der Vortrieb eines Kanu durch frei bewegliche Paddelbewegung mit Doppel- oder Stechpaddel gemeinsam. Der hohe Freizeit- und Gesundheitswert ergibt sich aus der gleichmäßigen, gut dosierbaren Beanspruchung an frischer Luft und positiven Effekten für Kreislauf, Stoffwechsel, Atmung und Muskulatur für jung und alt.
Bei den Booten unterscheidet man zwischen zwei Grundformen des Kanus, dem Kajak (K), der sitzend mit einem Doppelpaddel vorwärts bewegt wird und bis auf die Sitzluke eine geschlossene Bauweise aufweist, sowie dem offenen Canadier (C), der kniend, im Wandersport teilweise auch sitzend, mit einem Stechpaddel vorwärts bewegt wird. Die Boots- und Paddelformen sind je nach Verwendungszweck sehr unterschiedlich.
Kanurennsport
Männer
- 500 Meter Kajak und Canadier (Einer, Zweier)
- 1000 Meter Kajak (Einer, Zweier, Vierer), Canadier (Einer, Zweier)
Frauen
- 500 Meter Kajak (Einer, Zweier, Vierer)
Regeln
Die 500- oder 1000 Meter langen Strecken werden auf geradem Gewässer ausgetragen. Für die Athleten gilt es, so schnell wie möglich ins Ziel zu gelangen. Die Strecke besteht aus neun Bahnen, die durch Bojen gekennzeichnet sind.
Kanuslalom
Männer
- Kajak (Einer), Canadier (Einer, Zweier)
Frauen
- Kajak (Einer)
Regeln
Der Wettkampfparcours erstreckt sich vom Start bis zum Ziel über eine Länge von maximal 600 Metern. Auf der Strecke haben die Athleten zwischen 20 und 25 Tore zu durchqueren. Die Tore bestehen aus zwei hängenden Stäben. Die gegen die Flussrichtung zu befahrenden Tore - die so genannten Aufwärtstore, von denen mindestens sechs ausgehängt sein müssen - sind mit rot-weißen Ringen markiert, die Abwärtstore mit grün-weißen Ringen. Die Slalom-Kanuten müssen die Tore in numerischer Reihenfolge befahren. Für Torstabberührungen oder sonstige Torfehler kassieren die Kanuten Strafpunkte, die zur Fahrzeit addiert werden. So wird die Torstabberührung beispielsweise mit zwei Strafpunkten geahndet, die Verfehlung eines Tores oder die Befahrung eines Tores entgegen der vorgeschriebenen Richtung hingegen wird gleich mit 50 Strafpunkten bedacht.
Das Geradeausfahren bereitet Anfängern Probleme. Ziel der Technikausbildung ist es daher, dem Boot einen möglichst effektiven Vortrieb bei Einhaltung eines stabilen Geradeauskurses zu verschaffen, was durch eine saubere Paddelführung beim Eintauchen, Durchzug und Aushub erreicht wird. Das erfordert ein hohes Niveau an Koordination, Kraft Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Der Grund- und Bogenschlag vorwärts/rückwärts sind zwei elementare Techniken in beiden Bootsklassen. Beim Wildwasserfahren kommen die Paddelstütze und der Paddelhang zum Einfahren in die bzw. Ausfahren aus der Strömung zum Einsatz.
Allgemeine Ausdauer, Schnelligkeit, Schnelligkeitsausdauer, Schnellkraft, Kraft, Kraftausdauer, Reaktionsvermögen, Gewandtheit, körperliche und geistige Beweglichkeit, Koordination, Konzentration, Emotionen (Freude bei Erfolgen/ Enttäuschung nach Misserfolgen, Freude an der Natur), Umweltbewusstsein, soziales Verhalten in der Gruppe (Kommunikation, Kooperation, Rücksichtnahme, Fairness, Hilfsbereitschaft)
Hände, Kopf (Wildwasserfahren daher nur mit Helm und Rettungsweste)
Rad fahren, Schwimmen und Jogging zur Förderung der Kondition, Gymnastik zur Kräftigung/Stabilisierung/Mobilisation und zum Ausgleich einseitigen Muskelaufbaus
ab ca. 10 Jahren